Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Am 20. April 2022 verabschiedete der Bundesvorstand der Linken einen Beschluss, der mit folgenden Worten beginnt:

„Wir bedauern die sexuellen Übergriffe in unserer Partei zutiefst und entschuldigen uns bei den Opfern. Es tut uns leid, dass wir nicht früher darauf reagiert haben. Wir stehen an der Seite der Opfer und werden transparente und vorbehaltlose Aufklärung organisieren und vorantreiben.“

Dass es auch in unserer Partei Formen sexualisierter/sexueller Gewalt gibt, sei es verbal oder physisch, daran wollten wir lang nicht denken. Sexismus, Grenzüberschreitung und sexualisierte/sexuelle Gewalt finden in allen Schichten der Gesellschaft, in Familien, sozialen Gefügen und in Institutionen statt. Dabei sind Frauen im prozentualen Vergleich deutlich häufiger betroffen als Männer. In der jüngeren Vergangenheit betrifft dies auch zunehmend Personen aus dem queeren Spektrum.
Wir sind als Partei nicht ausgenommen. Uns als Linke, insbesondere aber gewählten Gremien, wie dem Kreisvorstand, kommt dabei die Aufgabe zu, unsere Mitglieder vor strukturellem  Sexismus und sexualisierter/sexueller Gewalt zu schützen. Gleichzeitig haben wir die Aufgabe antisexistische und feministische Arbeit zu leisten.

Zu Aufklärung, Unterstützung und Vorbeugung gehört auch anzuerkennen, dass in der vergangenen Zeit zu wenig getan wurde. Bisher existierte auf Kreisebene keine Struktur, an die sich Betroffene von Sexismus, Grenzüberschreitung und sexualisierter/sexueller Gewalt vertrauensvoll wenden können.

Innerhalb unseres Kreisverbandes wird derzeit eine Struktur geschaffen, die vorbeugend arbeitet, sichere Räume für Gespräche und Austausch schafft, Betroffene unterstützt und gegebenenfalls an qualifizierte Hilfe vermittelt. Fortan gibt es ein Team aus zwei Genoss:innen, die Ansprech- und Vertrauenspersonen für Betroffene von Sexismus, Grenzüberschreitung und sexualisierter/sexueller Gewalt sind. Diese Aufgabe möchten Johanna Kranert und Franziska Reich in Absprache mit dem Kreisvorstand übernehmen.

Wir möchten Betroffene ermutigen, sich vertrauensvoll an uns als Team zu wenden. Ihr könnt entscheiden, wem ihr euch anvertrauen möchtet. Unser Arbeitsanspruch ist, parteiisch an der Seite von Betroffenen zu stehen. Wir schaffen sichere Räume zum Reden und werden nicht urteilen. Dabei unterstützen wir euch bei weiteren Schritte gegen die Täter:innen. Wir sind niemandem Rechenschaft pflichtig und arbeiten unabhängig von gewählten  Kreisverbandsgremien. Wir behandeln eure Anliegen auf Wunsch anonym und bewahren Schweigepflicht gegenüber Außenstehenden. Uns stehen externe Hilfsangebote zur Verfügung, zu denen wir bei Bedarf Kontakt herstellen. Kurzfristig werden wir sicherstellen, dass es keinen unerwünschten Kontakt zwischen Betroffenen und Täter:innen gibt. Langfristig werden Untersuchungsverfahren eingeleitet und Konsequenzen gegen die mutmaßlichen Täter:innen eingeführt. Unser oberstes Ziel ist es, dass Betroffene nicht aus unserer Partei verdrängt werden.

Johanna Kranert und Franziska Reich


Vertrauenspersonen:

Johanna Kranert

j.kranert@die-linke-shk.de