Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

08. März - Internationaler Frauentag

Sybill Przegendza
Vorstandsmitglied

Als ich Anfang der 80er noch Schülerin war, haben wir am 08. März immer die Frauen unserer Patenbrigade besucht. Es gab ein kleines Programm, Blumen und selbstgebastelte Geschenke für die Frauen, wir tranken Kakao und aßen Kuchen. Zu dieser Zeit und aus meinem damaligen Blickwinkel wäre mir nie der Gedanke gekommen, dass der Frauentag ein Tag ist, der für den Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen steht. Schließlich hatten Frauen in der DDR, zumindest in der Öffentlichkeit, die gleichen Rechte und Pflichten wie Männer, gingen zur Arbeit, bekamen ziemlich genau das gleiche Gehalt, hatten dieselben Aufstiegschancen wie ihre männlichen Kollegen und durften wählen.

Dabei gibt es den Frauentag offiziell bereits seit 1911. An diesem Tag sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass Frauen kaum Rechte haben, nicht wählen dürfen und im Großen und Ganzen von den Männern ihres Umfeldes abhängig sind. Weltweit gab es schon vor der offiziellen Einführung des Frauentages Aktionen, Initiativen und Proteste gegen genau diese Zustände. In unserem Land waren vor allem sozialistisch-orientierte Verbände, Parteien und Initiativen für die Einrichtung des Frauentags, allen voran Clara Zetkin, federführend. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Tag dann wieder verboten und erst nach Kriegsende vor allem in der DDR groß "gefeiert". Der Rest ist Geschichte, denn mittlerweile könnte der Eindruck entstehen, dass es durchaus Menschen gibt, die den Frauentag quasi als Alibi nutzen, um an diesem Tag mal kurz an Frauenrechte zu denken.

Frauenrechte werden allerdings an jedem Tag im Jahr verletzt, sei es durch Benachteiligung im Job, bei der fehlenden fairen Bezahlung oder durch Unterdrückung des selbstbestimmten Lebens. Längst sind nicht alle Frauen gleichberechtigt. Oft werden sie für ihre Arbeit belächelt oder bei Beförderungen in höhere Positionen übergangen, werden für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt, sehen sich im Job und in der Freizeit sexueller Belästigung und Gewalt gegenüber, müssen immer ein bisschen mehr leisten als ihre männlichen Kollegen, arbeiten häufig im Niedriglohnsektor und sind häufiger auf Sozialleistungen angewiesen.

Dies sind Zustände, die die Initiatoren des weltweiten Frauentags eigentlich überwinden wollten. Grund genug also, den Internationalen Frauentag immer wieder zu nutzen, um auf dieses Ungleichgewicht hinzuweisen. Und ja, dazu gehören auch Blumen oder ein kleines Geschenk wie in meiner Schulzeit, um sich bei den Frauen zu bedanken, die tagtäglich hart arbeiten, Kinder, Kranke und Pflegebedürftige versorgen, den Haushalt schmeißen und so weiter.

Viel wichtiger aber ist, den Finger in die Wunde zu legen und derartige Missstände anzuprangern, um im Sinne der Frauen vor über 100 Jahren für Gleichberechtigung zu kämpfen - nicht nur am 08. März, aber eben an diesem Tag ganz besonders!

 


Termine

Keine Nachrichten verfügbar.

Spenden

Die LINKE. nimmt aus Überzeugung keine Groß- und Unternehmensspenden entgegen. Wir sind eine Partei für Millionen und nicht Millionäre.

Gute politische Arbeit muss aber auch gesehen werden und das kostet Geld. Wenn Sie als Privatperson unsere Arbeit finanziell unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihre Spende.

IBAN: DE72830530300000403415
BIC: HELADEF1JEN
Sparkasse Jena Saale-Holzland-Kreis

(Wenn Sie eine Spendenquittung benötigen, vermerken Sie bitte bei der Überweisung Ihren Namen und Ihre Anschrift im Verwendungszweck.)

QR-Code für Banking-Apps: