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Erika Hänseroth

Kolumne: "Ein Platz in der Gesellschaft"

Jeder Mensch hat einen bestimmten Platz in unserer Gesellschaft. Doch es ist nicht die Frage ob, sondern welchen Platz man in einer Gesellschaft inne hat, welcher Schicht dieser Gesellschaft man angehört, welcher Stellenwert jedem Mitglied dieser Gesellschaft beigemessen wird, wie solidarisch die Gesellschaft sich verhält und wie sich soziale Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft entwickeln kann.

Doch da gibt es bei uns gewaltige Unterschiede, in einer Gesellschaft, in der sich eine ehemals Soziale Marktwirtschaft zu einer ungebremsten „urkapitalistschen“ Marktwirtschaft entwickelte.

Während Wenige immer mehr und leichter Kapital anhäufen können, werden sehr viele immer schneller in prekäre Verhältnisse bis hin ins gesellschaftliche Aus gedrängt.

Die Wirtschaftskrise 2005 hat diesen Trend beschleunigt. Anlass war auch die Arbeitsmarktreform mit dem wohlklingenden Namen "Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" – besser bekannt als „Hartz IV“. 

Die Einführung von Leiharbeit, einem sich immer mehr ausbreitenden Niedriglohnsektor, gelockertem Kündigungsschutz sowie der Androhung von Sanktionen beim Bezug von Hartz IV, brachte der Wirtschaft eine schnelle Erholung und satte Gewinne. Gewinne, die sich durch "Steuervermeidung" oder „Steueroptimierung“ noch maximieren ließen. Den betroffenen Menschen bescherte das Ganze jedoch einen immer schnelleren finanziellen und gesellschaftlichen Abstieg.

Weitere Einschnitte ergaben sich durch das Heraufsetzen des Renteneinstiegsalters, bei gleichzeitiger Absenkung des Rentenniveaus. Nach durchschnittlich 40 Arbeitsjahren finden sich viele im Rentenalter auf dem finanziellen Niveau der Grundsicherung wieder. Eine Entwicklung mit schwerwiegenden Folgen, weil es für eine sehr große Gruppe unserer Gesellschaft bedeutet: 

Arm trotz Arbeit und in Folge dessen arm im Alter und fern jeder gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe.

So entwickelte sich eine Dynamik, die die Reichen immer reicher und Arme immer ärmer macht.

Es ist nicht nur eine Floskel, sondern die bittere Wahrheit, dass besonders in Krisenzeiten, wie auch der derzeitigen, Arbeitnehmer*innen, kleinste und mittlere Unternehmen die Zeche für die Krise zahlen werden. Viele von ihnen werden sich trotz staatlicher Hilfen, Möglichkeiten der Kurzarbeit und Gewährung von Überbrückungskrediten, nur schwer oder gar nicht von dieser Krise erholen. Im Großen erholt sich die Wirtschaft oder war garnicht davon betroffen. Konzerne im Online- und Versandhandel, Supermarktketten oder Tech-Konzerne haben immer Gewinne gemacht, während kleine Einzelhandelsgeschäfte über Wochen und Monate schließen mussten.

Ich meine, da ist etwas faul im „Staate Deutschland“, denn soziale Gerechtigkeit und eine solidarische Gesellschaft in der starke Schultern mehr tragen müssen, sieht anders aus.
 


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