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Sybill Przegendza

Sybill Przegendza

Der Eisenberger Jugendbeirat - a neverending story?

Zwei Jahre ist es her, dass im Stadtrat Eisenberg der Antrag auf Gründung und Etablierung eines Jugendbeirats in der Stadt eingebracht wurde. Ziel war und ist es, Jugendlichen eine politische Teilhabe am kommunalen Geschehen in der Kreisstadt zu ermöglichen, so wie es in anderen Städten und Gemeinden schon längst gängige Praxis ist. Denn bisher hatte die Generation der 12- bis 25jährigen kaum einen Ansprechpartner im Stadtrat - also kam die Idee dieser Form politischer Teilhabe eigentlich zum richtigen Zeitpunkt. Aber auch in Eisenberg mahlen bürokratische Mühlen langsam und bis zum heutigen Tag gibt es diesen Jugendbeirat nicht!

Jedoch lag der Antrag nicht etwa zwei Jahre in der Schublade - nein, natürlich wurden viele Diskussionen geführt, besonders im Kulturausschuss, wo zunächst die Satzung in mehreren Sitzungen besprochen und immer wieder verändert wurde, bis im Frühjahr 2020 die endgültige Fassung vorlag. Doch zuvor gab es seitens der Verwaltung eine ausführliche - wenn auch sehr theoretische - Präsentation, WIE Interessenvertretungen und Bürger:Innen am politischen Geschehen teilnehmen könnten. Nur um danach mitzuteilen, die Verwaltung wolle sich nun weiterbilden, um einen guten Weg der Gründung und Etablierung zu finden. Es hat also nach der Antragstellung schon gut ein Jahr gebraucht, um eine Satzung zu beschließen, was bei einem Sitzungsabstand von drei Monaten auch kein Wunder ist.

Doch damit nicht genug, denn seit Mai 2020 ist gefühlt nichts passiert, außer einem Seminar zu Beteiligungsstrategien, an denen der Stadtmanager und der Fraktionsvorsitzende Steffen Much teilnahmen. Das Ergebnis dieser "Weiterbildung" war die Idee einer Befragung von Schülern der Eisenberger Schulen, um ein "Stimmungsbild" zu bekommen, wie die Zielgruppe zum Thema steht und wer sich vorstellen könnte, aktiv im Beirat mitzuwirken. Dies hätte gut und gerne in den Monaten zwischen September und Dezember 2020 auf die Beine gestellt und erledigt werden können. Ja, hätte! Ist es aber nicht. Und auch in den Monaten des Homeschooling in der ersten Jahreshälfte 2021 blieben die Jugendlichen ungefragt, weil "die Pandemielage eine Kontaktaufnahme mit den Schulen und eine Befragung nicht zuließ". Die Nachfrage, ob es denn nicht möglich gewesen wäre, den digitalen Weg, zum Beispiel über die Thüringer Schulcloud, zu nutzen, wurde mit der Begründung, sowas ginge nur von Angesicht zu Angesicht bzw. in analoger Form, abgebügelt. Willkommen im #Neuland!

Eisenberg hat also nach wie vor keinen Jugendbeirat. Aktuell ist eine Umfrage wohl auch nicht möglich, weil ja demnächst die Sommerferien beginnen und der Weg durchs Internet, wie ihn beispielsweise die Stadt zum Thema Stadtentwicklung gegangen ist, ist scheinbar auch versperrt. Bleibt also weiterhin abzuwarten, ob es innerhalb der nächsten Monate überhaupt noch Hoffnung auf die zeitnahe Gründung dieses Gremiums gibt. Denn während der Wirtschaftsbeirat der Stadt in Windeseile eine Satzung bekam und sich konstituierte und dem Seniorenbeirat nun eine feste Anlaufstelle in der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, bleiben die Jugendlichen seit zwei Jahren auf der Strecke und diejenigen, die sich bereits zur Mitarbeit bereit erklärt hatten, verlieren unter Umständen die Lust, weil die oben erwähnten bürokratischen Mühlen eben in Zeitlupe mahlen.

Sybill Przegendza ist sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss der Stadt Eisenberg


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