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Ralph Lenkert

Atommüll – wohin damit?

Es wird konkret. Am 28.09.2020 legte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den Zwischenbericht „Teilgebiete“ vor. Er benennt Gebiete für ein Atommülllager, die 54 Prozent der Bundesrepublik ausmachen, auch über die Hälfte Thüringens ist betroffen. 
DIE LINKE und ich lehnen Atomenergie ab, trotzdem muss der deutsche Atommüll am sichersten Ort innerhalb der Bundesrepublik verwahrt werden.
In der Summe fallen aus Laufzeit und Rückbau der Atomkraftwerke rund 300.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle, sowie 26.000 t hochradioaktiver Abfall an. Erst in einer Million Jahre wird die Strahlung ungefährlich. Selbst wenn die von einigen Atomkraftfreunden propagierte Transmutation es von der Simulation in die Realität schafft, gibt es noch immer 1000 Jahre gefährliche Strahlung. Ein sicheres Atommülllager ist also so oder so notwendig, aber niemand, auch nicht die Atomkraftbefürworter will es haben. 
Die im Zwischenbericht der BGE benannten 90 Teilgebiete wurden nach rein geologischen Kriterien ausgewählt. Von Oktober bis Juni 2021 können über die Fachkonferenz Bürgerinnen und Bürger bisher nicht berücksichtigte geologische Daten einbringen. Mein Büro beteiligt sich an diesem Prozess, damit Altbergbau und lokale Geologie in Thüringen berücksichtigt werden. Parallel werden weitere Standortfaktoren bewertet (Bevölkerungsdichte, Verkehrsinfrastruktur, Industrieanlagen, Naturschutz usw.). Der nächste Bundestag soll entscheiden, welche 2 bis 4 Orte vertieft mit Erkundungsbergwerken untersucht werden. Die Entscheidung zum Standort des Atommülllagers soll bis 2031 erfolgen und 2056 soll es in Betrieb gehen. 

Theoretisch ist der geplante Prozess gut, aber real besteht die Gefahr, dass politische Prämissen über Sachargumente siegen oder das Nutzen und Lasten der Atomkraftnutzung ungerecht verteilt werden. 

Jetzt muss Klarheit über die Entschädigung der Standortregionen herrschen, sowohl für die Testbergwerke und erst recht für den finalen Atommülllagerstandort, so wird sichergestellt, dass Sachargumente und nicht die Entschädigungshöhe entscheiden. Ich schlage 1€/Jahr je Einwohnerin und Einwohner Deutschlands, also rund 83 Mio. € pro Jahr vor. 

Gerecht ist auch, dass bei gleicher Eignung die Entscheidung auf den Standort fällt, der in dem Bundesland liegt, dass mehr vom Atomstrom profitierte. 

Auch bestehende Lager bzw. Ablagerungen von radioaktiven Altlasten müssen berücksichtigt werden. 
Abschließend stelle ich fest, Thüringen ist geologisch nur 2. Wahl. Thüringen hat mit den Halden und Absetzbecken der Wismut-Uranförderung mit 130 Mio. m³ den mengenmäßig größten Anteil am strahlenden Erbe Deutschlands und Thüringen hat nie vom Atomstrom profitiert. Aus diesen Sachgründen heraus lehne ich ein Atommülllager in Thüringen ab. 


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Termine in Kahla und Hermsdorf, sowie alle weiteren Absprachen zur Einhaltung des Infektionsschutzes können dann direkt besprochen werden. 

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